Deutsche Weinhoheiten bereisen fränkisches Weinanbaugebiet
Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass die Deutsche Weinkönigin zusammen mit ihren beiden Weinprinzessinnen die insgesamt 13 deutschen Weinanbaugebiete bereist. In dieser Woche (19. und 20. Mai 2026) nun stand für die 77. Deutsche Weinkönigin Anna Zenz von der Mosel und die beiden Prinzessinnen Emma Meinhardt von der Saale-Unstrut und Katja Simon von der hessischen Bergstraße ein Besuch im Frankenland an.
Brückenschoppen und Frankenwein
Zum Auftakt der zweitägigen Visite begrüßte die Fränkische Weinkönigin Angelina Seiler ihre Kolleginnen auf der Alten Mainbrücke in Würzburg, wo die jungen Frauen bei einem Glas Frankenwein, oder besser gesagt bei einem Brückenschoppen, den einzigartigen Blick auf Main, Käppele, Festung und die nahen Weinberge genießen konnten. Unter den strengen Blicken der 12 Brückenheiligen auf der Alten Mainbrücke gab es von Claus Hochrein, Vorsitzender der Winzergemeinschaft Franken (GWF), Informationen zum Frankenwein allgemein und zur GWF im Besonderen, die mit rund 1000 Winzern über 1200 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Besonders interessiert waren die Weinhoheiten dabei am „alten“ und „neuen“ Bocksbeutel und dem Marketingkonzept der GWF. In diesem Zusammenhang zeigte und erklärte Hochrein den Gästen auch das von der Winzergemeinschaft Franken betriebene mainwein-Bistro am Aufgang der Brücke.




Zu Besuch in der Weinstadt Iphofen
Im Anschluss ging es für den königlichen Besuch nach Iphofen, das vor allem für sein mittelalterliches Altstadtensemble und den Frankenwein weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. Mit Blick auf die Paradelage Julius-Echter-Berg informierten sich die Hoheiten im Gespräch mit Maria Popp und den Söhnen Ernst und Johannes über die Themen alkoholfreie Weine, sinkender Weinkonsum und den Strukturwandel im Anbaugebiet.
Abgerundet wurde der erste Tag in Franken durch ein gemeinsames Abendessen mit Weinbaupräsident Artur Steinmann und einer Übernachtung im Hotel und Weingut Zehntkeller Iphofen.


Staatsehrenpreisträger in Nordheim am Main
Am Morgen des zweiten Tages ging es für die Weinhoheiten zum Weingut Manfred Braun in Nordheim am Main. Dort angekommen wurden sie von Manfred, Helene und Tobias Braun mit einem Secco begrüßt und zusätzlich auch von der örtlichen Weinprinzessin Johanna Fackelmann und der letztjährigen Weinkönigin Antonia Kraiss willkommen geheißen worden. Wie zu erfahren war bauen die Brauns bis zu acht Weißwein- und drei Rotweinsorten auf insgesamt 4,5 Hektar Rebfläche an. „Von der Rebfläche her klein, von der Qualität her aber eher groß“ beschreiben die Brauns ihr Weingut, was durch zahlreiche nationale und internationale Preise tatkräftig belegt wird. So ist das Weingut Braun bei der AWC Vienna alljährlich ganz vorne mit dabei und im letzten Herbst durfte sich das Weingut an der Mainschleife bereits zum neunten Mal über einen Staatsehrenpreis freuen.
Nach einem leckeren Imbiss und angeregten Gesprächen ging es zum Aussichtspunkt „Wein-Kino“ in den Nordheimer Weinbergen und anschließend über die Mainfähre zum Volkacher terroir f – einem von über 20 magischen Orten zum Frankenwein. Diese wurden im Rahmen des Weintourismuskonzepts „Franken – Wein.Schöner.Land – Reisen zum Frankenwein“ entwickelt und sollen Interessiertem die Schönheit der fränkischen Kulturlandschaft näher bringen.




Großes Programm in Dettelbach
Als nächster Programmpunkt stand der Besuch des Winzerhofs Kieselsmühle in Dettelbach auf dem Programm. Bei der Begrüßung durch das Winzerehepaar Werner und Petra Schmitt gesellte auch Bürgermeister Matthias Bielek dazu. Dieser war mit Ehefrau Christina gekommen, die 2016 das Amt der Fränkischen Weinkönigin und im Anschluss das Amt einer Deutschen Weinprinzessin bekleidete. In launigen Worten skizzierte Werner Schmitt den Weg der Kieselsmühle von der einstigen „kirchlichen“ Mühle hin zum heutigen kleinen aber feinen Winzerhof. A propos klein: Aktuell bewirtschaftet das Weingut 7,5 Hektar und es soll in absehbarer Zeit noch ein Hektar dazukommen. Wie zu erfahren war, sei er auch eher auf Umwegen zum Weinbau gekommen, während es bei seiner Frau Petra bereits ab der 3. Klasse feststand, dass sie Winzerin werden wolle. Mit Interesse nahmen die Weinhoheiten zur Kenntnis, dass der Winzerhof naturnahmen Weinbau betreibe und einen Teil ihre Weine in den Bocksbeutel PS fülle.
Zusammen mit dem Bürgermeister und der Weinprinzessin Julia aus Neuses am Berg ging es dann noch in das Kultur- und Kommunikationszentrum (KUK) Dettelbach, das 2008 im Herzen von Dettelbach entstanden war und heute die Tourist-Information, die Stadtbibliothek und eine Vinothek beherbergt. In dieser Vinothek präsentieren lokale Weingüter die Weine des aktuellen Jahrgangs.





Größtes Silvaner-Weingut der Welt
Am Ende der Rundreise ging es für die drei deutschen Weinhoheiten und die fränkische Weinkönigin wieder zurück nach Würzburg. Last but not least stand dort eine abschließende Visite im Weingut Juliusspital auf dem Programm. Kurz und prägnant informierte Weingutsdirektorin Tanja Strätz die jungen Frauen über die Stiftung Juliusspital, die in diesem Jahr ihr 450-jähriges Bestehen begehe, den Stiftungsgründer Julius Echter von Mespelbrunn und den Stiftsgedanken. Außerdem sei die Stiftung mit ihren rund 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Stadt und Region ein wichtiger Arbeitgeber. Neben Forst und Landwirtschaft zähle der Weinbau zu den tragenden Säulen der Stiftung. Bei einem Rundgang durch den historischen Keller erfuhren die Hoheiten, dass das Weingut Juliusspital rund 160 Hektar Rebfläche in ganz Franken – 40 Prozent in Steillagen – bewirtschafte, und das zweitgrößte Weingut in Deutschland sei. Ferner informierte die Weingutsleiterin über die Strukturen des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), dem das Weingut seit 1955 angehöre. Natürlich hatten die Weinhoheiten bei Ihrem Rundgang auch Gelegenheit, den einen oder anderen edlen Tropfen zu verkosten.
Alles in allem zeigten sich die Deutschen Weinhoheiten vom fränkischen Weinbaugebiet, der Kulturlandschaft, den fränkischen Winzerinnen und Winzerinnen sowie der Qualität des Frankenweins tief beeindruckt und konnten für ihre Arbeit als Weinrepräsentantinnen bleibende Eindrücke mit nach Hause nehmen.









