Rückenwind für Frankens Winzer: Landwirtschaftsministerin Kaniber präsentiert Förder- und Innovationspaket für Frankenweine und empfängt 68. Fränkische Weinkönigin

Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket stärkt der Freistaat Bayern gezielt die fränkischen Winzerinnen und Winzer und reagiert damit entschlossen auf die angespannte Lage am Weinmarkt. Die Maßnahmen hat das Bayerische Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit Winzern und Genossenschaften erarbeitet – sie entlasten kurzfristig und eröffnen zugleich neue Perspektiven für die Zukunft. Landwirtschafts- und Weinbauministerin Michaela Kaniber stellte die konkreten Schritte heute im Gespräch mit dem Fränkischen Weinbauverband vor. „Die Situation am Weinmarkt fordert unsere Betriebe enorm. Wir handeln jetzt und unterstützen schnell und gezielt. Der Freistaat steht fest an der Seite des fränkischen Weinbaus“, sagte Kaniber.

Erhöhung der Steillagenförderung

Ein zentraler Baustein des Maßnahmenpakets ist die Erhöhung der Steillagenförderung im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP). Damit stärke die Staatsregierung insbesondere jene Betriebe, die in arbeitsintensiven Lagen wirtschafteten, so Ministerin Kaniber: „Wir bewahren damit unsere gewachsenen Kulturlandschaften – und wer durch die fränkischen Weinberge geht, sieht, wie viel Charakter und Schönheit in diesen Lagen steckt. Gleichzeitig stärken wir Artenvielfalt und nachhaltiges Wirtschaften.“

Spreizung zwischen Rodung und Wiederbepflanzung

Parallel dazu hat das StMELF im Rahmen des Förderprogramms zur Stärkung des Weinbaus eine zeitliche Spreizung zwischen Rodung und Wiederbepflanzung geschaffen. Damit erhalten die Betriebe mehr planerische Flexibilität und zusätzliche Sicherheit in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. „Gerade in Krisenzeiten brauchen unsere Betriebe Luft zum Atmen und verlässliche Rahmenbedingungen. Wer heute eine Rebanlage rodet, muss morgen nicht sofort unter Zeitdruck neu pflanzen. Diese zeitliche Flexibilisierung gibt den Winzerinnen und Winzern den nötigen Spielraum für tragfähige betriebliche Entscheidungen“, betonte die Ministerin.

Investitionsfonds

Darüber hinaus richtet das Landwirtschaftsressort einen neuen Investitionsfonds ein, der gezielt Innovationen im Weinbau fördern solle. Unter dem Leitgedanken „Krisenzeiten sind Chancenzeiten“ unterstützt der Fonds zukunftsorientierte Maßnahmen in den Betrieben und setzt Anreize, neue Wege in Produktion, Vermarktung und Betriebsentwicklung zu gehen. Zur Unterstützung geordneter Umstrukturierungen wird zudem im Rahmen des EU-Weinpakets eine Rodungsprämie angeboten. Diese soll Betrieben helfen, auf strukturelle Marktveränderungen zu reagieren und notwendige Anpassungen wirtschaftlich besser bewältigen zu können.

Öffentlichkeitsarbeit für den fränkischen Wein

Flankierend verstärkt das Ministerium die Öffentlichkeitsarbeit für den fränkischen Wein. Das Ziel: Absatzchancen verbessern, Direktvermarktung ausbauen und den Weintourismus weiter stärken. Gleichzeitig sollen Verbraucherinnen und Verbraucher noch stärker für regionale Qualität, Herkunft und nachhaltige Erzeugung sensibilisiert werden.

„Fränkischer Wein steht für Herkunft, Qualität und Leidenschaft. Genau diese Stärken wollen wir noch sichtbarer machen. Wer regional kauft, stärkt nicht nur unsere Winzerfamilien, sondern auch Kulturlandschaft, Wertschöpfung und Identität in Franken“, sagte Kaniber. „Unser Anspruch ist klar: Wir wollen nicht nur auf eine Krise reagieren, sondern dem fränkischen Weinbau neuen Rückenwind geben.“ Mit dem vorgestellten Maßnahmenpaket setze das Landwirtschaftsministerium nach den Worten der Ministerin ein deutliches Zeichen für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit des fränkischen Weinbaus.

Royaler Besuch im Bayerischen „Weinbauministerium“

Zeitgleich mit den Vertretern des Fränkischen Weinbauverbandes kam am heutigen Tag Royaler Besuch ins Bayerische „Weinbauministerium“: Die 68. fränkische Weinkönigin Angelina Seiler hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in München einen Antrittsbesuch abgestattet. Damit setzt die 21-jährige Studentin aus Stammheim im Landkreis Schweinfurt eine langjährige Tradition fort: als eine ihrer ersten Stationen im neuen Amt führte sie ihr Weg ins Ministerium in der Landeshauptstadt – viele weitere Termine im In- und Ausland werden folgen.

Ministerin Kaniber gratulierte der neuen fränkischen Weinhoheit herzlich und wünschte ihr für die bevorstehende Amtszeit viele bereichernde Begegnungen und unvergessliche Eindrücke. „Unsere Produktköniginnen sind wichtige Botschafterinnen für die vielfältigen herausragenden Spezialitäten aus Bayern. Der fränkischen Weinkönigin kommt dabei eine besondere Rolle für das Genussland Bayern zu: sie ist Aushängeschild des Frankenweins“, sagte Kaniber. Mit Blick auf die anspruchsvolle Rolle der Weinkönigin betonte die Ministerin: „Es ist eine ehrenvolle und gleichzeitig fordernde Aufgabe, die fränkische Weinregion, ihre Winzerinnen und Winzer wie auch deren Spitzenprodukte im In- und Ausland zu vertreten. Gerade die persönliche, authentische Werbung macht den Frankenwein so sympathisch und glaubwürdig.“

Auf Angelina Seiler wartet in ihrer einjährigen Amtszeit ein dichtes Programm mit rund 400 Terminen im In- und Ausland. Mit ihrer Wahl am 14. März folgt sie auf Antonia Kraiß. Im Herbst wird sie bei der Wahl zur deutschen Weinkönigin antreten.

Die Tradition der Fränkischen Weinkönigin reicht bis ins Jahr 1950 zurück. Längst ist das Amt weit mehr als ein festlicher Titel: Der Weinbau ist für Franken ein bedeutender Wirtschafts- und Imageträger. Gerade auch der Weintourismus stärkt die Region und schafft Wertschöpfung weit über die Weinberge hinaus – von der Gastronomie über den Handel bis hin zu vielen weiteren Branchen. „Der Frankenwein steht in besonderer Weise für Qualität, Herkunft und gelebten Genuss. Er ist ein Kulturgut. Dass junge Persönlichkeiten wie Angelina Seiler diese Werte mit so viel Engagement, Charme und breitgefächertem Wissen vertreten, ist ein starkes Signal für die Zukunft unserer fränkischen Weinregion“, so Kaniber abschließend.