Größte Zikade Deutschland

Der Lauer – ein ganz besonderer Bewohner der fränkischen Weinberge

Der Lauer – ein ganz besonderer Bewohner der fränkischenWeinberge


Der Lauer – Die blutrote Singzikade in den fränkischen Weinbergen

Er ist selten und aktuell wieder bei uns in den fränkischen Weinbergen gesichtet und gehört worden: der Lauer, auch Blutrote Singzikade genannt. Der wissenschaftliche Name lautet Tibicina haematodes. Die wärmeliebende Art ist auf eine sonnige und strukturreiche Weinbergslandschaft angewiesen – geprägt durch Reben, Begrünung, Hecken, Felsen und Trockenmauern. Der Lauer ist die größte Zikade Deutschlands und wird in der Roten Liste Deutschlands als „Stark gefährdet“, in Bayern sogar als „Vom Aussterben bedroht“ geführt.

Der Lauer oder Weinzwirner ist die größte Singzikade in unseren Breiten und sehr selten. Das abgebildete Weibchen ist auf einem diesjährigen Trieb einer Rebe auf den Flächen der LWG. Armin Weiss © LWG Veitshöchheim
Der Lauer oder Weinzwirner ist die größte Singzikade in unseren Breiten und sehr selten. Das abgebildete Weibchen ist auf einem diesjährigen Trieb einer Rebe auf den Flächen der LWG. Armin Weiss © LWG Veitshöchheim

Merkmale der blutroten Singzikade

Die mit den Flügeln drei bis vier Zentimeter große Blutrote Singzikade ist durch ihr typisches Sirren auffindbar. Ihren Namen verdankt sie der roten Äderung ihrer Flügel über einem schwarzen Körper sowie ihrem charakteristischen Gesang.

Lebensraum

In Deutschland kommt diese Art außer in den fränkischen Weinbergen nur noch vereinzelt in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vor. Sie bevorzugt sonnige, kalkhaltige Hänge mit lockerem Gehölzbestand, wie sie in der fränkischen Weinlandschaft häufig vorkommen.

Lebensweise

Das eintönige Sirren der Männchen ist nur für zwei bis drei Wochen im Juni oder Juli bei heißem, windstillem Wetter zu hören. Die Männchen sitzen erhöht in Hecken und locken Weibchen an. Die Eier werden an Gehölzen wie Schlehen, Hainbuche oder Waldkiefer abgelegt, wo die Jugendstadien bis zu drei Jahre an den Wurzeln heranwachsen. Aufgrund der geringen Individuenzahl entstehen keine Schäden.

Weitere Informationen und eine Hörprobe gibt es unter: 🌐 www.lwg.bayern.de/weinbau/rebe_weinberg/380376